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Rückblick UhU-Stammtisch 22.9.2016 – Visuelle Unternehmenskommunikation, Interview mit Jens Klöpfel

Sie sehen aber gut aus! Visuelle Unternehmenskommunikation vom Profi.

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Wurde auf dem Bergischen Unternehmerstammtisch im Interview „gegrillt“: Jens Klöpfel, Geschäftsführer der Wuppertaler Werbeagentur concreate über die Wichtigkeit visueller Unternehmenskommunikation für KMU und Selbstständige © Jens Klöpfel

Remscheid/Wuppertal – 22. September 2016 – Visuelle Unternehmenskommunikation „Marke Eigenbau“ ist für viele Kleinunternehmer oft mehr ein Hindernis als eine Hilfe. Wer kann legt diese Aufgabe in professionelle Hände. Denn wenn Experten am Werk sind, die wissen, welche Mittel man am besten für bestimmte Unternehmensziele einsetzen muss, fördert man seinen Markenaufbau nachhaltig. Jens Klöpfel, Geschäftsführer der Werbeagentur concreate aus Wuppertal (concreate.com) und langjähriger „Werber“ erklärt, warum visueller Gestaltung Eindruck machen muss und wie man auch  mit moderaten Budgets gute Erfolge für sein Unternehmensmarketing erzielt. Ein Interview.


 

 

Andrea Härtlein: Jens, was ist visuelle Kommunikation? Was bewirkt sie und warum ist einheitliche optische Kommunikation für jedes Unternehmen wichtig?

Jens Klöpfel: Visuelle Kommunikation ist Bestandteil einer „Corporate Identity“. Die besteht aus drei Bauteilen: Dem Corporate Design, also dem Erscheinungsbild eines Unternehmens, der „Corporate Behaviour“, das heißt, wie sich ein Unternehmen verhält, – also zum Beispiel, wie es seine Mitarbeiter und Kunden behandelt, sein Sozialverhalten ausrichtet, oder ob es eine bestimmte Umwelt-Ethik verfolgt – und der Corporate Communication. Wie ein Unternehmen eben „verbal“ kommuniziert.

Die einheitliche optische Kommunikation ist als ein Teil der Corporate Identity wichtig, weil sie Betrieben hilft, sich nach außen (und innen) mit einem einheitlichen und klaren Bild darzustellen. Sie kommuniziert im Idealfall auch die Eigenschaften, durch die sich ein Betrieb vom anderen unterscheidet.

Zum Beispiel?

Unternehmen können zum Beispiel durch ihren optischen Auftritt jung, progressiv oder zuverlässig, konservativ oder preiswert, einfach wirken.

Wie erreicht man, dass ein Unternehmensimage eine bestimmte Eigenschaft oder Wertigkeit kommuniziert?

Im Corporate Design nutzt man Farben, Typografie, Bildwelten oder Symbole in bestimmten Kombinationen, um ein einheitliche und klare Bild eines Betriebes zu visualisieren.
Es werden häufig gedeckte, ruhige Farben wie Grau oder Blau und Serifenschriften genutzt, um Werte wie „alteingesessen“ oder „seriös“ zu vermitteln – zum Beispiel von Anwaltskanzleien. Bunte oder stark leuchtende Farben wie Orange oder Hellgrün und eine ungewöhnliche Schrift wirken eher modern oder hip. Grafitti-Schriften oder verzerrte Typo können in Kombination mit frechen Farben zum Beispiel gut zu einem jungendorientierten, hippen Unternehmen passen.

Was ist der Effekt einer einheitlichen visuellen Kommunikation?

Einheitliche visuelle Unternehmensdarstellung führt zu Marken-Erinnerung. Das wirkt auf mehreren verschiedenen Wegen: Zum Beispiel könnte ein Kunde sich erinnern, weil er denkt: „Das sind doch die mit dem roten Logo! Die Produkte sind gut!“ oder „Ich brauche einen Maler. Wie hieß noch mal der mit dem grünen Flyer? Der ist gut!“

Was ist für dich die einfachste Form visueller Unternehmenskommunikation – also, was sollte wirklich jeder berücksichtigen?

Logo und Typografie und Farbe. Das sind die drei einfachsten Elemente, die auf jedem Kommunikationsträger zu finden sein müssen. Also auf Visitenkarte, Briefbogen, Rechnung, auf der Website, oder zum Beispiel auf einer Autobeklebung, im Prospekt, oder auf dem Firmenschild. Das zu verwirklichen ist heute aus verschiedenen Gründen auch viel einfacher geworden.

Inwiefern?

Die technischen Möglichkeiten im Print sind heute wesentlich größer – und günstiger. Früher hat man Logos zum Beispiel immer bewusst ein- oder zweifarbig gehalten, weil die Druckkosten mit der Menge der verwendeten Farben immer teurer wurden. Heute spielt das in der normalen Printkommunikation so gut wie keine Rolle mehr. Druckprodukte kann man mittlerweile auch mehrfarbig sehr kostengünstig produzieren. Und in der digitalen Kommunikation ist es ja eh unerheblich.

In den letzten Jahren hat es gewirkt, als könne das Internet Gedrucktes in der Unternehmenskommunikation vollständig ersetzen. Ist Print-Werbung out?

Nein. Digitale Medien sehe ich eher als Kontaktmedium nach anderweitiger Kontaktaufnahme. Erstens können Druckprodukte sehr viel besser pro-aktiv zur Kundenansprache genutzt werden, zum Beispiel in Form von Mailings, Prospektständern, Plakatwerbung, Anzeigen oder Beilegern. Und Zweitens kann man – und das ist eigentlich unschlagbar – Printwerbung auch persönlich übergeben. Natürlich kann man auch digital werben, aber den Zeit- und Arbeitsaufwand sollte man nicht unterschätzen. Onlinekommunikation verschwindet häufig schnell aus dem Bewusstsein, während die Broschüre oder Postkarte mitunter auf dem Schreibtisch des Empfängers liegenbleibt und immer wieder mal zur Hand genommen wird.

Bekanntlich können die Streuverluste bei der Onlinewerbung ja auch sehr hoch ausfallen. Haben gedruckte Kommunikationsmedien da Vorteile?

Es gibt Marketing-Erhebungen, die besagen, dass auch etablierte Marken nach einer bestimmten Zeit aus dem Bewusstsein der Verbraucher verschwinden. In der Regel sagt man glaube ich, es dauert 14 Tage, bis der „Konsument“ vergisst. Dann muss ein Unternehmen „nachlegen“. Wenn man seine Imagebroschüre zum Beispiel persönlich an einen Kunden oder Interessenten übergibt, hat man immer den Vorteil, dass ein persönlicher Kontakt stattgefunden hat und mit der Broschüre nicht nur ein hochwertiges Werbemittel, sondern auch ein emotionaler Faktor „übergeben“ wurde.

Ist das nicht tatsächlich sehr teuer?

Printmedien sind heute, wie gesagt, im Vergleich zu früher eher günstig  – und sie bieten große Vielfalt im Hinblick auf Material, Umfang und Format. Damit kann man auffallen.
Und man kann durch die niedrigen Preise auch mal über Produkte oder Maßnahmen nachdenken, die früher gar nicht zu bezahlen waren.

Wie zum Beispiel was?

Zum Beispiel personalisierte Mailings, Kundenkarten oder sogar Individual-Plakate. Und auch wenn man nur eine ganz kurzfristig gültige Printwerbung in einer kleinen Auflage braucht, die trotzdem professionell aussehen soll, geht das – zum Beispiel für ein besonderes Angebot, Events, oder Seminare und Gewinnspiele. Wir machen zum Beispiel für einen unserer Kunden immer sogenannte „Reminder-Karten“ mit Ablauf-Diagrammen oder kleine „Motivizer“ und Postkärtchen für spezielle Vorträge oder Meetings.

Man kann ja nicht nur Papier bedrucken.
Stimmt, es gibt sehr schöne Sachen. Wir produzieren für einen Kunden seit Jahren eine Kaffeetasse mit immer neuem Motiv, die er jedes Jahr zu Weihnachten an seine Kunden versendet. Oder es gibt Frühstücksbrettchen oder Taschen. In der Serie entstehen da manchmal schon Begehrlichkeit und bei manchem Kunden wird der Sammeltrieb geweckt. Der ein oder andere ruft dann an und fragt direkt nach: „Gibt es dieses Jahr wieder eine Tasse zum Jahreswechsel?“

Was kann ein KMU ohne Mega-Budget machen, um seine Markenposition optisch zu stärken?

Jeder kann eine klare und verbindliche Corporate Identity für sein Unternehmen schaffen und mit einer gewissen Unverwechselbarkeit auftreten – zum Beispiel mit einem eigenen Unternhemens-Maskottchen. Wer sich ein paar außergewöhnliche Maßnahmen überlegt, kann viel Aufmerksamkeit erregen und Markenerinnerung erzeugen. Wichtig ist, dass man das ordentlich aussehen lässt – auch wenn man nur wenig macht. Wer kann sollte einen guten Medienmix pflegen: Also Geschäftsausstattung, regelmäßige Printwerbung und eine lebendige Website.

Eine intelligente Weihnachtsüberraschung ist ideal, um seine Bestandskunden zu pflegen. Auch da gibt es viele auffällige kleine Incentives.

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Visuelle Unternehmenskommunikation mit Wiedererkennungswert. © concreate Wuppertal

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